Val Müstair

Sta. Maria V.M., Murgangchronik
Sta. Maria im Münstertal wird durch die Murgänge (Rüfen) aus den Tobeln der Muranzina, aus Schais, der Val Quaunas, Val Mot und Vallatscha bedroht.

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Gemäss der Überlieferung kam Kaiser Karl der Grosse nach den Krönungsfeierlichkeiten in Rom, mit seinem Gefolge über den Umbrailpass. Dort sei die Reisegesellschaft in ein schreckliches Unwetter geraten. Durch göttliche Hilfe sei die Gruppe unbeschadet aus dem Unwetter gekommen. Aus Dankbarkeit gründet Karl der Grosse in Müstair ein Kloster, seine Gemahlin Hildegard aber liess am Fuss des Berges eine Kapelle zu Ehren der Heiligen Maria errichten. Um diese Kapelle herum entwickelte sich mit der Zeit das Dorf Sta. Maria (C. Gustin: www.stamaria.ch, 2007).



1846

"Um sich einen Begriff von der Gewalt und Tragkraft der Schlammströme zu machen, diene als Beispiel, dass am Ausgang des Moranzabaches eine rundliche Felsmasse liegt, welche allseitig mindestens 12 Fuss Durchmesser hat und 1846 durch eine Fluth dahin gebracht wurde, die dadurch veranlasst war, dass eine Lavine den Bach eine Zeit lang gestaut hatte." (G. Theobald in JB 1863).



1855, 15/16.06.

"Nach grosser Hitze, die fast ununterbrochen 4 Wochen andauerte, trat am 15.[06.1855] Abends ein Gewitter ein, am 16. regnete es beständig fort und Nachmittags fielen schwere Schneeflocken in Menge. ... Ueberall waren die Rüfen in Bewegung gekommen und richteten namentlich in ... St. Maria und andern Orten nicht geringe Verheerungen an." (BM 1855)



1868, 26.07.

"Weiteres Unheil brachte das über einen grossen Theil des Kantons verbreitete Gewitter vom 26. VII [1868]." Von Rüfenniedergängen betroffen war auch das Münstertal. (JB 1870)



1897, 21.07.

"Den 21. Juli [1897] gegen Abend hagelte es in St. Maria i. M., aus dem Val Schais kam ein Rüfe, welche die neue über die Muranza führende Brücke wegriss, eine ganze Viehherde wäre in die Rüfe geraten, wenn nicht ein junger Mann unter Lebensgefahr ihr entgegengeeilt und sie aufgehalten hätte; die Bewohner von St. Maria wurden durch Hornblasen zur Abwehr der Rüfe aufgeboten." (BM 1897)



1898, 04.

Bundessubventionen zugesichert für die Verbauung von Rutschpartien in Vallatscha (BM 1898).



1900, 22.06.

"Den 22. Juni [1900] fiel im Münsterthal sehr starker Regen, infolge dessen schwollen die Wildbäche bedenklich an, und die Rüfe Schais ob St. Maria brachte das Dorf in ernste Gefahr, glücklicherweise liess der Regen aber alsbald nach, womit auch die Gefahr beseitigt war". (BM 1900)



1902, 05.

Bundesbeiträge zugesichert an die Kosten der Verbauung der Val Quaunas (BM 1902).



1920, 23.09.

"Im Münstertal bedrohte der Muranzabach mit seinen Geschiebemassen einige Häuser in Sta. Maria, und etwas unterhalb von dessen Einmündung in den Rambach wurde von letzterem einen Brücke weggerissen." (JB 1921)



1926, 31.10.

"Der Gewitterregen vom 31. Oktober [1926] verursachte mancherorts bedeutenden Hochwasserschaden. So brach in Sta. Maria im Münstertal der Schaisbach aus seinem Bett und wälzte eine gewaltige Rüfe von Geröll und Schlamm über die Umbrailstrasse bis mitten ins Dorf." (JB 1927)



1928, 04.08.

"In Sta. Maria i. M. ging infolge eines heftigen Gewitters die Schaisrüfe nieder." (BM 1928)



1942, 30.09.

"Auch im Münstertal gingen während der letzten Tage gewaltige Regenmassen nieder. Zahlreiche Rüfen lösten sich und verschütteten an zirka fünf Orten die Kantonsstrasse, so dass der Fuhrwerkverkehr unterbrochen werden musste. ... Am schlimmsten gehaust hat das Unwetter bei Fuldera und zwischen Valcava [!] und Sta. Maria. An letzterem Orte musste die Mannschaft zweimal aufgeboten werden, um dem verheerenden Elemente, das Geröll und Schutt auf Strassen und Wiesen schlemmte Herr zu werden." (BM 1942)



1977, 21.05.

Vallatschabach: "Schon am 21. Mai [1977] rutschte ein grösserer Schub zu Tal." (BM 1977)



1977, 24/25.05.

"Darauf setzte verspätet, aber ums rasanter die Schneeschmelze an den Hängen des Piz Terza ein und die Zuflüsse der Vallatscha auf den oberen Wiesen von Terza, Plaun Bel und Schaibas schwollen an. Am 24. Mai rumpelten die ersten Rüfenschübe zutal. ... Am 25. Mai wurde allgemeiner Alarm ausgelöst." (BW 1983)



1977, 10.06.

"Am 10. Juni [1977] wurde erneut Alarm gegeben. ... Am 11. Juni wurde ein Krisenstab ... gebildet... In der Gegend Pizzet ist die Rüfe ostwärts aus dem natürlichen Bachbett ausgebrochen, hat zusehends die Felder überführt und ein neues Bachbett ausgefressen." (BW 1983)



1977, 14.06.

"14.[06.1977] Schmelz- und Regenwasser lassen den Vallatschabach zwischen Sta. Maria und Müstair Schutt und Geröll führen. Er frisst sich 12 bis 15 Meter tief in die Erde, überschwemmt wertvolles Kulturland, unterspült den Hang und bedroht die Kantonsstrasse." (BM 1977)



1982, 16.08.

"In Sta. Maria im Münstertal geht die «Muraunzina-Rüfe» nieder. Sie überflutet die Gassen des Dorfes und dringt in Häuser und Scheunen ein. Der Schaden ist gross." (BM 1982)



2002, 16.11.

Unwetterschäden in Sta. Maria V.M. (SO 2007)



2006, 07/08.09.

Heftige Niederschläge in der Nacht 07./08.09.2006 führten zu einem Rüfenniedergang zwischen Sta. Maria V.M. und Valchava, was das Evakuieren eines Ferienlagers nötig machte. (SO 2006)


(Quellen Bündn. Monatsblatt BM, Bündner Wald BW, Jber. Natf. Ges. Graubünden JB, Die Südostschweiz SO)