Wünschelrute

Mit Wünschelruten und Pendeln wird oftmals versucht, Wasser aufzuspüren (Radiästhesie). Bei der Annäherung an das aufzuspürende Objekt senkt oder hebt sich die Rute, das Pendel schlägt aus. Die Radiästheten sprechen davon, dass sie eine Wasserader aufgespürt haben. Aus der Sicht des Hydrogeologen muss unter einer Wasserader, eine wassergefüllte Kluft oder eine Untergrundrinne verstanden werden; in der Regel ist der Untergrund in grösseren Grundwassergebieten durchgehend wassergesättigt. Dass sich das Grundwasser auf einzelne Wasseradern beschränken würde oder dass sich Wasseradern kreuzen, ist in der Regel nicht haltbar.

Im Folgenden werden persönliche Erfahrungen mit der Radiästhesie präsentiert:

  1. Der Selbstversuch:
    In einem Pendelkurs ging es darum, das Pendel einer vorgegebenen horizontalen oder vertikalen Linie entlang zu bewegen, dies gelang bei mir und allen andern Kursteilnehmer/innen. Der gleiche Versuch ohne das Pendel zu fixieren, ergibt keine Reaktion. Wenn es darum geht, konkrete, überprüfbare Fragen zu beantworten, so resultierte in der Gruppe ziemlich genau eine statistische Verteilung der Antworten, zum Beispiel 50:50 bei Ja/Nein-Fragen. Bei der Suche nach Wasseradern wurde nachdem eine Teilnehmerin erste Anhaltspunkte "erspürt" hatte, dieser Befund durch weitere Personen bestätigt, ohne dass sie vorgängig an derselben Stelle eine Reaktion verspürt hätten.
  2. Bohrungen für Grundwasser-Wärmepumpe:
    Ohne detaillierte Voruntersuchungen wurden vom Hydrogeologen bei einer angenommenen mittleren Untergrunddurchlässigkeit zwei Bohrungen vorgesehen, bei sehr guter Durchlässigkeit könnte allenfalls nur eine Bohrung erstellt werden. Vom Bauherrn wurde ein Rutengänger zugezogen, der einen der vorgesehenen Bohrstandorte deutlich bevorzugte. Die erste Bohrung wurde hier platziert. Leider stellte sich dann heraus, dass die erste Bohrung alleine nicht genügte. Der zweite, vom Rutengänger nicht empfohlene Bohrstandort hätte dagegen eine Zusatzbohrung überflüssig gemacht.
  3. Quellfassung aus Kluft:
    Der Rutengänger wies eine starke Wasserader nach, die Rute zog stark nach unten. Der Hydrogeologe konnte keine Bestätigung dafür liefern; der Hang schien trocken zu sein, der Standort befand sich eher auf einer Krete. Die auf Veranlassung des Rutengängers angesetzte Bohrung musste mehrmals verlängert werde und erreichte dennoch kein nutzbares Wasservorkommen.
  4. Mineralquelle:
    Eine Mineralquelle wurde durch den Rutengänger aufgespürt und erschlossen. Hydrogeologe und Rutengänger waren sich insofern nicht einig, dass der Rutengänger die Quelle genau an dieser Stelle lokalisiert sah, während als Hydrogeologe davon auszugehen ist, dass unter der ganzen Ebene das gleiche, artesisch gespannte Mineralwasser zu finden sei. Letzteres wurde später durch verschiedene Erdwärmesondenbohrungen bestätigt, welche beim Erreichen des Mineralwasser-Aquifers zu einer sofortigen Druckentlastung und einem Trockenfallen der Mineralquelle führten. Überall sprudelte Mineralwasser.