Sufers, Bergbaugeschichte

1605, 9.8. "Dorfmeister und gantze gemeint Sufer im Rinwalden gelägen räumen am 9. August 1605 dem vesten Hans Jakob Holzhalb deß rats der statt Zürich und alter Landvogt im Sarganserland unserm lieben eid- und Puntsgenossen ein: 1. Das Recht zur Ausbeutung aller Erze die halben stachel, eißen, Kupfer, blyg als ander metal harjun nützid dann allein die cristallen usbedingt, so jun unsere gmeint, so wit und feer sich unsere Alpen und gmeinwerch thünd, erfunden und gegeraben werden mögend."Im weitern wird im Bergwerksvertrag das Recht zur Holz- und Wassernutzung sowie zum Errichten von Schmelzöfen und andern Gebäuden gewährt.

 


1611 Die Landschaft Schams - offensichtlich auch Sufers - verleiht alle Rechte für den Silbererzabbau an den Freiherrn von Haldenstein, Thomas von Schauenstein und Ehrenfels. - Holzhalb prozessiert dagegen.

 


1617 Holzhalb verlor viel Hab und Gut und starb 1617 vor Kummer (Grabinschrift).


1618-1622 Sein Nachfolger wurde der Freiherr von Haldenstein, der am Silber für seine Münzstätte interessiert war; spätestens 1622 stellte er den Bergbau ein.

 


1742 "Bey Sufers waren vor Zeiten gute Eisen-Bergwerk, welche aber schon längsten abgegangen." (Sererhard 1742)
1816 Die Gesellschaft Staffoni, Bordige und Co. pachtet die Sufner Eisenerzvorkommen und erhält das Recht eine Schmelze zu erstellen.
1826/1827 Um 1826 müssen die Rechte auf die Gebrüder Marietti von Mailand übergegangen sein. Diese betrieben kurzzeitig, bis 1827, eine Glasfabrik.
1830 In den 1830er Jahren beutete die Firma del Negri die Schamser Erzgruben aus. Del Negri und dessen gutbetuchter Teilhaber G. Rosales waren politische Flüchtlinge. Sie wollten mit dem gewonnenen Erz Waffen für den Freiheitskampf in Italien herstellen.
1848 Nachdem Rosales nach Italien zurückkehren konnte, musste der Betrieb in der Sufner Schmelze eingestellt werden.
1852, 8. "Neuerdings ist die Landschaft Schams und die Gemeinde Suvers, wo im Thal Suretta ebenfalls Silber gewonnen wurde, mit einer italienischen Gesellschaft wegen Verpachtung des Bergbaues in Unterhandlung getreten." (BM 1852)
19. Jh. Im Surettatal wurde in verschiedenen Stollen Eisenerz abgebaut. Der Abbau dürfte in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erfolgt sein und wurde durch das Gletschermaximum um 1850 beendet. Der Surettagletscher hatte damals die Stollen am Rotgrind überfahren (Stäbler).
1960er Jahre Die Reste der Sufner Schmelzi werden durch den Nationalstrassen- und Oleodotto-Bau weitgehend zerstört.

(Quellen: Bündner Monatsblatt (BM), Hössli-Mengelt 1971, Sererhard 1742, Stäbler 1980, 1986; Terra Grischuna 1963)